† Franz H. Jakubaß ist am 22.01.2010 verstorben †

Biographie

Franz H. Jakubaß, Jahrgang 1923, wurde zu einer Zeit geboren, da man viel Optimismus brauchte, hoffnungsvoll das Licht der Welt zu erblicken. Doch das wusste er erst später, nachdem er sich im Leben zurechtgefunden und einiges erlebt hatte. Der Geburtsort Gelsenkirchen-Schalke, verqualmter, malochender Kohlenpott, lud auch nicht ein, zu frohlocken und Jubellieder zu singen. Er bildete trotzdem die Kulisse für eine unbekümmerte Kindheit, was sich Nachgeborene kaum vorstellen können.

Die Inspektorausbildung beim (damals noch so genannten) Arbeitsamt wurde unterbrochen durch Arbeits- und Wehrdienst, und trotz dreimaliger Verwundung hat der junge Mann den Krieg überstanden. Er wurde Berufsberater in Gelsenkirchen und 1961 Leiter der Abteilung Berufsberatung beim Arbeitsamt Bamberg, außerdem Lehrbeauftragter für Berufskunde und Arbeitslehre an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Nachdem er bereits als Schüler den Wunsch hatte, Schriftsteller zu werden, betätigte er sich schon früh literarisch – allerdings zunächst mit mäßigem Erfolg, ersatzweise jedoch einigen anerkennenden Worten. Später schrieb er fünfzehn Hörspiele für Kinder und Erwachsene, die vom Bayerischen Rundfunk, Radio Vorarlberg, vom Südfunk Stuttgart und Radio Bozen gesendet wurden.

Erfolg hatte er auch mit Märchen für die BR-Reihe Betthupferl, mit nachempfundenen Schildbürgergeschichten und Märchen von Ali, dem Bettler.

Er schrieb und schreibt historische Schauspiele und Schwänke für besondere Anlässe und Originalschauplätze.

Inzwischen erschienen zwei Romane: Rebell von Bamberg und jüngst Das Natternhemd.  Ersterer schildert das Schicksal des Baders Hartlieb im Bauernkrieg, letzterer einen Menschen, der wie eine Natter seine Haut abwirft und in eine neue schlüpft.

Unveröffentlicht schlummern in seiner Schublade der Text für das Musical Teufel-Teufel und das Freilichtspiel Agnes Bernauer, geschrieben für einen Wettbewerb, den die Stadt Straubing ausgeschrieben hat. Diese Arbeiten fristen das Schicksal, das Schriftsteller kennen, die nicht Fußballstar, Schlagerproduzent oder Memoiren schreibender Politiker sind, und machen, weil ihnen nichts anders übrig bleibt, sie warten und... hoffen.

Trotz dieser pessimistisch anmutenden Bemerkung: Der Autor ist ein zuversichtlicher, positiv denkender Mensch, der sogar Humor besitzt. Er zählt halt zu einer Generation, die ein bekannter Soziologe die skeptische genannt hat.