Eulogius Schneider

Von der Kanzel zum Schafott

(Eine Erzählung)

Sei gelobt und hochgepriesen, heiligste Dreifaltigkeit,

dieses Lied, das auch heute noch in katholischen Kirchen gesungen wird, hat der junge Mönch Eulogius Schneider gedichtet, als er dem Franziskanerkloster in der Bamberger Schranne angehörte. Er dichtete auch andere fromme Lieder, so besang er den Bistumsheiligen Kilian, beschrieb allerdings auch mit Entzücken die Schönheit holder Weiblichkeit.

Nein, ein weltabgewandter Priester war er nicht, der sich in seiner Zelle kniend kasteite.

Es blieb nicht aus, dass er von seinen Oberen gerügt wurde, auch wegen seiner aufklärerischen Gedanken. Trotzdem brachte er es bis zum Professor in Bonn. Obwohl ihm der dortige Fürstbischof anfänglich sehr zugetan war, verwies er ihn schließlich des Landes. Am Straßburger Münster fand Eulogius Schneider Aufnahme als Domprediger. Als Anhänger der Französischen Revolution schloss er sich jedoch bald den Jakobinern an und schwor seinem Glauben ab. Schließlich war er gnadenloser Ankläger eines der Revolutionsgerichte, die im Elsass eine Schreckensherrschaft ausübten. Schneider beantragte für 3o Feinde der Revolution die Todesstrafe, die sofort vollstreckt wurde. Kein Wunder, dass er einer der verhasstesten Menschen im Straßburger Land war. Wie es unter Revolutionären fast die Regel war, wurde schließlich auch er als Feind der Revolution in Paris enthauptet.

(Diese Erzählung wurde ab Frühjahr 2008 in Fortsetzungen veröffentlicht in HEINRICHSBLATT, Kirchenzeitung für das Erzbistum Bamberg und ist nun auch in Buchform erhältlich!)