Rebell in Bamberg
(Ein Roman aus der Zeit der Bauernkriege)
Bauernkrieg: Für das Fürstbistum Bamberg eher ein lokales Gewitter. Schwere Unwetter jedoch erschüttern vor allem die nähere und weitere Umgebung.
Aber auch ein lokales Gewitter kann furchtbar wüten. Trotzdem: Der Gewittersturm, der über Bamberg hinwegfegte, ebbte bald ab. Doch die Sonne, die dann wieder lachte, strahlte über einer Stadt, die anders geworden war.
Viele waren beteiligt an dem ersten Aufruhr in Bamberg, dem ein zweiter folgte. Das Schicksal eines Mannes aber, des Baders Hartlieb von der Langen Gasse in Bamberg, wird in dem Roman nachgezeichnet, sofort das nach vierhundert Jahren möglich ist, und ein Mensch sich überhaupt in einen anderen hineindenken kann!
„Oh, mein Gott, wie du allein die Schuld der ganzen Menschheit getragen hast, so sollen sie büßen für Taten, die sie nicht allein begangen haben. Ihre Köpfe sollen fallen, damit die Köpfe derer, die das Unheil ausgebrütet haben, verschont bleiben.
Oh, ihr Priester, ihr Mitbrüder im Herrn, ihr Prälaten. Wir stehen vor der Frucht eures schlechten Beispiels. Ihr jedoch seid feige davon gelaufen und zieht im Lotterbett die Decke über den Kopf, um nicht an eure Taten und Versäumnisse erinnert zu werden.“
(Gebet des Dominikanerpaters Wunibald an der Richtstätte)
Als erschaffen war der Adam,
aus der Rippe dann sein Weib,
wurde alles, was danach kam,
Mensch und nicht geadelt‘ Leib.
Gott, der Schöpfer ist gerecht,
schuf nicht Herren, schuf nicht Knecht‘!
Nackend waren’s, die dann kamen,
ohne Lanze, ohne Schwert!
Und ihr Blut und selbst ihr Samen
war nicht mehr, nicht wen’ger wert.
Gott, der Schöpfer ist gerecht,
schuf nicht Herren, schuf nicht Knecht‘!
Der das Schwert sich dann genommen,
war ein Ellenbogenmann.
Was er wollt‘, er hat’s bekommen:
Adel heißt, was so begann!
Gott, der Schöpfer ist gerecht,
schuf nicht Herren, schuf nicht Knecht‘!
(Lied der Bauern)
„Ja“, hat Gunda verstanden, „wer schlau ist, schickt Gutgläubige vor, wäscht aber selbst seine Hände in Unschuld.“
Die Äbtissin lächelt: „Wir Menschen machen es uns schwer. Doch Gott wird keinen Unterschied sehen zwischen den Kindern Abrahams, zwischen den Anhängern der alten und der neuen Lehre. ...“
(edition hübscher, Bamberg. ISBN 3-924983-24-0 / ISBN 978-3-924983-24-6)

